Es weihnachtet schon!
SINNVOLLE UND -FREIE GESCHENKIDEEN AUS DEM INTERNET!
von Dipl.-Ök. Stephan Rehfeld, Hannover
Weihnachten steht vor der Tür. „Was sollen wir nur unseren Liebsten und nicht so Lieben schenken?“ Krawatten und Kerzenständer haben sich als Geschenkideen abgenutzt. Aber wozu haben wir das Internet?
Für den USB-Anschluss gibt es sinnbefreites Spielzeug. Die Schnittstelle, die sonst für USB-Memory-Sticks oder auch Druckeranschlüsse verwendet wird, kann für „singende und leuchtende Schneemänner“, einen „Tannenbaum mit Saugnapf für den Monitor“ oder auch einen „trommelnden Weihnachtsmann“ genutzt werden. Wer noch nicht im Weihnachtsfieber ist, kann auf Jahreszeitunabhängiges zurückgreifen. In diese Kategorie passen das „USB-Mini-Aquarium“ und die „USB-Blume mit Ventilator“. Das Schöne an diesen Gimmicks ist, dass sie für ca. 10 Euro erhältlich sind. Auf der anderen Seite fragt sich der Leser vielleicht, warum sie nicht gleich an den lokalen Entsorgungspark ausgeliefert werden, statt den Umweg über den Handel zu nehmen. Etwas sinnvoller erscheinen da USB-Geschenkideen wie der „USB-Tassenwärmer“, das „USB-Fundue Set“ oder auch der „USB-Ventilator mit Licht“.
Doch wo führt die Reise hin, wenn wir nach den Stichwörtern „außergewöhnliche Geschenkideen“ googeln? Dann werden wir u.a. auf die Seite mydays.de geleitet. Hier werden Erlebnisse als Geschenk verkauft. Man kann einen Nostalgie-Rundflug (ab 99 Euro), ein Krimi Dinner (ab 79 Euro) oder eine Farbberatung (ab 119 Euro) verschenken. Für alle, die Bob den Baumeister schätzen, gibt es Baggerfahren (ab 95 Euro) im Angebot.
Wem die Erlebnis-Reisen noch nicht ausgefallen genug sind, der kann für ca. 30 Euro ein Mondgrundstück kaufen. Der Preis erscheint nicht zu hoch, wenn man bedenkt, dass ein solches Grundstück ca. 1.000 qm umfasst. Erhältlich ist das Mondgrundstück bei mondmakler.de. Die Anreise kann dann der reiche Onkel aus Amerika bezahlen.
Etwas kleiner sind schottische Grundstücke mit den Ausmaßen 30 cm x 30 cm bei scotch-laird.de. Durch den Erwerb dieses Grundstück-Anteils wird man laut Auskunft des Veräußerers berechtigt, den Titel „Lady“ oder „Laird“ zu führen. Eine ausgefallene Idee.
Im Internet gibt es anscheinend nichts, was es nicht gibt. Das Limit ist unsere eigene Phantasie, mit der wir in Suchmaschinen recherchieren. Weihnachten kann kommen!
P.S.: Wer doch lieber Krawatten verschenken möchte, der sollte die Seite krawattenknoten.info besuchen. Dort sind viele interessante Anmerkungen zu Krawatten, Hemden und Knoten zu finden. Und wer es nicht digital mag, kann sich „Sørs kleines Brevier“ kaufen oder auch verschenken.
Veröffentlicht in Consultant 5/2006 (PDF, ca. 1 MB)



